Die Waffen-Sachkunde kann und wird für die Mitarbeiter im Sicherheitsgewerbe nicht unbedingt neu erfunden werden. Es ist jedoch einleuchtend, dass für einige Themengebiete andere Schwerpunkte gesetzt werden müssen. U.a. gibt die AWaffV und die Durchführungsbestimmungen zum WaffG hier ganz klare Richtlinien auf:


Waffensachkundelehrgang

Hier einmal ein Auszug aus der aktuellen Gesetztgebung:
7.5.1 WaffVwV (5. März 2012) Da die Dauer des Lehrgangs eine ordnungsgemäße Vermittlung gewährleisten muss, sind als Mindestdauer (ohne Prüfung) grundsätzlich 16 Vollstunden bzw. 22 Unterrichtseinheiten (zu je 45 Minuten) vorauszusetzen. Eine Unterschreitung kann nur in Ausnahmefällen in Betracht kommen, z. B. wenn eine Fertigkeit im Schießen nicht nachgewiesen werden muss.
Demgegenüber ist im Hinblick auf die besonderen Anforderungen an Erlaubnisinhaber im Bewachungsgewerbe eine Lehrgangsdauer von 24 Vollzeitstunden (dies entspricht 32 Unterrichtseinheiten) Voraussetzung. In der zusätzlichen Unterrichtszeit sind über die Grundqualifikation hinaus vertiefte Rechtskenntnisse (insbesondere zu Notwehr, Notstand) sowie besondere Fertigkeiten im Schießen (insbesondere mit Kurzwaffen) zu vermitteln. Der Lehrgang mit abschließender Prüfung ist unabhängig von der nach § 34a der Gewerbeordnung (GewO) in Verbindung mit der Bewachungsverordnung (BewachV) vorgesehenen Unterrichtung und Prüfung zu absolvieren.

So wird z.B. ein Sportschütze das Thema Notwehr und Notstand aus einem ganz anderen Gesichtspunkt sehen als der Fahrer eines Geld und Werttransporters. Ebenso unterscheiden sich die Themen Schießstände und Standaufsichten für die unterschiedlichen Gruppen. Des Weiteren ist die praktische Handhabung an und mit den Waffen für den Bereich der beruflichen Waffenträger um einiges umfangreicher. Der Sportschütze hat im Regelfall schon einige Erfahrungen in der Handhabung von Waffen da er selten völlig unbeleckt einen solchen Lehrgang besucht. Mitarbeiter von Sicherheitsunternehmen haben in der Regel vorher noch niemals eine Waffe in Händen gehalten. Was dazu führt für diesen Personenkreis erst einmal die natürliche Abneigung und Scheu vor den Waffen zu nehmen. Hier liegt dann in aller Regel auch der größere zeitliche Aufwand. Auf die praktische Schießausbildung auf dem Schießstand investiere ich bei den beruflichen Waffenträgern deutlich mehr Zeit und Aufwand. In der Summe kann man also sagen, dass die Waffen-Sachkunde für den Bereich beruflicher Waffenträger deutlich umfangreicher ist als die der Sportschützen. Was aktuell auch nachdrücklich von der Bezirksregierung Münster gefordert wird. Durch meinen permanenten Kontakt und durch den gegenseitigen, regen Gedanken und Erfahrungsaustausch mit der Behörde sind meine Lehrgänge und Lehrgangsinhalte ständig auf dem neuesten Stand. An dieser Stelle muss man vielleicht auch einmal erwähnen, dass die Ausbilder in der Waffen-Sachkunde bei den Sportschützen quasi durch “Handauflegen”, ohne den Nachweis einer besonderen Befähigung, ernannt werden.

Vorkenntnisse:
Sie sind eigentlich gar nicht von Nöten. Ich gehe davon aus, dass jeder Teilnehmer unbedarft ist. Ich persönlich halte es sogar für besser, da ich dann nicht so viele Unwahrheiten oder falsches Wissen ausbügeln muss. Auch die Frage, soll ich mir vorher ein Buch anschaffen, wird immer wieder einmal gestellt. Wenn überhaupt ist das Buch „Waffensachkunde“ von Rolf Henning eines derer die man auch später zum Nachschlagen immer mal wieder in die Hand nimmt.

Waffensachkundelehrgang

Das Schießen:
Ein immer wiederkehrendes und vorrangiges Problem gerade für Mitarbeiter im Sicherheitsgewerbe ist das „regelmäßige“ Schießen! Die meisten Unternehmen führen ihre Mitarbeiter, wenn überhaupt, 4x im Jahr zum Schießen. Das ist eindeutig zu wenig!
Überlegen wir mal: Der Gesetzgeber fordert von den Sportschützen die in einem Raum unter Gleichgesinnten schießen, mindestens 18x im Jahr zu schießen. Der Mitarbeiter im Bewachungsunternehmen, der sich mit seiner Waffe in der Öffentlichkeit bewegt und ständig von vielen unbeteiligten Passanten umgeben ist, geht nur 4x im Jahr zum Schießen.
Warum wird die Gesetzgebung hier nicht umgesetzt?
Nicht in voreilendem Gehorsam sondern auch mit Absprache meiner Behörde habe ich eine Schießgruppe speziell für diesen Personenkreis gegründet. Die „Security Guard“, näheres finden Sie dazu unter dem Menüpunkt „Schießgruppen“

Der Lehrgang:
Hier einmal ein Beispiel für den Lehrgangsablauf:
1- Tag - Waffen, Waffentechnik, Munition, Ballistik und praktischer Umgang mit Waffen
2 - Tag - Notwehr/Notstand, waffenr. Erfordernisse,Verhalten auf dem Schießstand
3 - Tag - verbotene Gegenstände, Gesetzeskunde praktischer Umgang mit Waffen
zusätzlich mindestens 2 Schießtermine. Dies ist nur ein Beispiel für einen möglichen Lehrgangsablauf. In der Regel gestaltet sich ein Lehrgang nach den aktuellen Bedürfnissen der Teilnehmer, so können Schwerpunkte auch anders gesetzt werden. Somit kann sich ein Lehrgang durchaus über 4 Tage erstrecken, was sich natürlich in den Lehrgangsgebühren niederschlägt.
Die Lehrgangsgröße bewegt sich zwischen 8 und 10 Teilnehmern, damit ein sinnvoller Unterricht gewährleistet ist. In jedem Fall sollten sie die aktuellen Lehrgangsgebühren für ihren speziellen Fall bei mir erfragen.

Die Prüfung:
Den Prüfungstermin, leider muss der sein, stimmen wir am ersten Lehrgangstag ab. So ist gewährleistet, dass jeder auch zum vereinbarten Termin Zeit hat. Im Regelfall wird das ein Sonntagvormittag sein. Sollte es dann doch einmal vorkommen, dass jemand zum abgesprochenen Termin nicht erscheinen kann, ist das auch kein Problem, Ausweichtermine für Einzelfälle lassen sich immer finden. Wir müssen halt nur drüber reden. Ein unentschuldigtes Fernbleiben zum Prüfungstermin kann ich allerdings im Zeitalter der unbeschränkten Telekommunikation nicht verstehen und werde dies mit einer zusätzlichen Prüfungsgebühr in Rechnung stellen.
Sollte es nun einmal trotz eines wohl vorbereiteten Lehrganges und intensiven Lernens zum Supergau, einem Nichtbestehen der Prüfung, kommen, auch das ist anderen schon passiert. Es gibt die Möglichkeit der 2maligen Nachprüfung innerhalb von 6 Wochen nach dem eigentlichen Prüfungstermin. Diese ist allerdings gebührenpflichtig (eher als Abschreckung gedacht!). Danach sollte sich der Teilnehmer allerdings überlegen einen neuen Lehrgang zu buchen und hier aufmerksamer bei der Sache sein

Die Durchfallquote:
Die Frage nach der Durchfallquote tauchte immer wieder auf. Dazu kann ich nur sagen, ich habe keine. Ich bin der Meinung, wer an den zwei Tagen des Lehrgangs aufmerksam dabei ist und die Zeit zwischen Lehrgang und Prüfung nutzt um die rund 400 möglichen Fragen zu lernen, der sollte diese Prüfung auch bestehen können. Es gehört in keinem Fall ein überdurchschnittlicher IQ dazu.

Förderung und Kostenübernahme:
Die Kosten für die Ausbildung können unter Umständen von Leistungsträgern, wie z.B. der Agentur für Arbeit o.ä. bezahlt bzw. übernommen werden. Geben Sie hierfür die folgende Maßnahmenummer an: 922/3072/11 Während der Ausbildung erhalten Sie weiterhin Ihre Leistungen von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Auch ein Fahrtkostenzuschuss und eine Kinderbetreuung kann während der Ausbildung bewilligt werden.

Förderung der Ausbildungskosten durch Leistungsträger:
In Deutschland gibt es viele Fördermöglichkeiten um sich fort- und weiterzubilden. Leistungsträger übernehmen dann die Ausbildungskosten. Ein Beispiel hierfür sind die Bildungsgutscheine der Arbeitsagentur. Viele Lehrgänge sind zugelassen für die Bildungsgutscheine. Dies bedeutet die Arbeitsagentur, ARGE oder JobCenter bezahlt die Ausbildung zum Detektiv, Personenschützer, Sachkunde nach § 34a GewO oder Bodyguard. Es gibt aber auch andere Fördermöglichkeiten, über die Sie sich hier informieren können. Diese Fördermöglichkeiten gelten nicht nur für Arbeitslose, sondern auch für die berufliche Weiterbildung im Job! So viele Fördermöglichkeiten, welche ist die geeignete Wahl für Sie: Die Stiftung Warentest fasst hier einmal zusammen, welche Hilfen es fürs Lernen gibt! (Stand Feb2012)

Bildungsgutschein bzw. Bildungsscheck:
Sobald die Arbeitslosigkeit droht, kommt diese Förderung für viele Menschen in Frage. Informieren Sie sich über eine Förderung durch Bildungsgutschein.

Förderung durch Bildungsprämie:
Sichern Sie sich jetzt einen Zuschuss von bis zu 500 Euro für Ihre individuelle berufliche Weiterbildung. Informieren Sie sich über eine Förderung durch Bildungsprämie.

Weiterbildungssparen, die zweite Komponente der Bildungsprämie:
Informieren Sie sich über das Weiterbildungssparen, die zweite Komponente der Bildungsprämie.

Berufsförderungsdienst der Bundeswehr - BFD:
Sie sind Soldat? Informieren Sie sich hier über ihre individuellen Förderansprüche beim Berufsförderungsdienst.

WeGebAU - Weiterbildung beschäftigter Älterer und Geringqualifizierter in Unternehmen:
Diese Förderung kommt für alle Arbeitgeber in Frage, die ihre Arbeiter oder Angestellte qualifizieren möchten. Es gibt sicherlich einige Fördermöglichkeiten und es macht Sinn sich im Vorfeld darüber zu informieren.